Foto: Christine Kisorsy

LUNIK. Fotografien von Christine Kisorsy

19.5.2015 - 17.7.2015 (verlängert)

Hotels gehören zum gebauten Gedächtnis einer Stadt. Doch ihre Seele sind die Mitarbeiter, und ihre Geschichte ist immer mit den Menschen verbunden, die es zu dem gemacht haben, was es in der Erinnerung bleiben wird: Ein Mythos. Ein Hotel, das tief im kollektiven Bewusstsein der Stadt, in der es steht, und dem der ehemaligen Mitarbeiter verankert ist, ist das Hotel Lunik in Eisenhüttenstadt. Eröffnet 1963 als erstes Haus am Platze wurde es schnell zum gesellschaftlichen Mittelpunkt. Über 30 Jahre empfing das Hotel Gäste aus der ganzen Welt, die in seinen Zimmern nächtigten, im Restaurant speisten und sich in der Nachtbar vergnügten.  Das Hotel  steht noch immer in der Straße der Republik 35, doch das Gebäude, das heute eine Ruine ist, lässt den Luxus und Komfort von einst nur noch erahnen.

Im Zentrum der Ausstellung stehen Fotos des Hotels und seiner ehemaligen Mitarbeiter.  Siebzehn Portraits zeigen einen Querschnitt durch die Arbeitswelt des damaligen Hotels vom Direktor bis zum Hausmeister. Ihnen gegenübergestellt sind 17 Aufnahmen der ehemaligen Arbeitsplätze der Portraitierten.

Die Ausstellung folgt in ihrem Aufbau der inneren Ordnung eines Hotels und ist unterteilt nach Arbeitsbereichen: Verwaltung, Rezeption, Küche, Restaurant, Bar, Zimmer. In den ersten vier Ausstellungsräumen, die sich wie auf einem Hotelflur links und rechts der Hauptachse des Sonderausstellungsbereichs dem Besucher erschließen, befinden sich auf der einen Seite die Fotos der Mitarbeiter, auf der gegenüberliegenden Seite des Ganges sind entsprechend den Arbeitsbereichen Innen- und Außenaufnahmen des Hotels im Zustand von 2005 zu sehen.

Die Ausstellung wird abgeschlossen durch Standfotos aus dem Film LUNIK die zeigen, wie das Hotel als Kulisse für den Film bespielt wurde.

Der Einsatz von Schwarzweiß und Farbe als Stilmittel erzeugt einen ästhetischen Gegensatz des Alltags zu den inszenierten Bildern des Films. Die aus der Zeit der Nutzung des Gebäudes als Kinderkrippe stammenden Fenster wurden in die Dramaturgie der Ausstellung einbezogen. Sie geben entweder als verlängerte Sichtachsen den Blick frei oder verengen ihn, so als würde man durch den Sucher einer Kamera sehen.